Wir freuen uns, gleich vier Stadtteil-Historiker in unserem Verein für Altertumskunde und Geschichte Frankfurt-Höchst begrüßen zu können: Jürgen Rothländer, Norbert Traband, Udo Blecker und Wolfgang Lampe haben bereits an ihren geschichtlichen Lieblingsthemen geforscht. Was alle eint: die Verbundenheit unserer Vereinsmitglieder zu Frankfurt-Höchst und ihr Interesse an Geschichte.
Unsere Stadtteil-Historiker & ihre Forschungen

Jürgen Rothländer
Jürgen Rothländer hat die Höchster Gastronomie erforscht. Als „Heechster Bub“ kennt er viele Wirtshäuser und Kneipen natürlich noch von eigenen Besuchen. In seinem 2018 erschienenen Buch „Wirtshäuser, Herbergen und Kneipen der Stadt Höchst am Main“ geht es zeitlich sogar noch weiter zurück. Es dreht sich alles um die Entstehung und Entwicklung der Höchster Gastronomie der letzten 500 Jahre: Genehmigungen, Konzessionen, Anekdoten, Gepflogenheiten und Ereignisse – natürlich wissenschaftlich fundiert und locker erzählt. Wir lernen: Geschichte ist nie trocken! Besonders nicht, wenn Rothländer sie erzählt.
Norbert Traband, einer unserer Spezialisten für die Transkription altdeutscher Schriften, gelangte in den Besitz von in Sütterlin verfassten Briefen eines einfachen Soldaten aus Nied, ein Ur-Ur-Großvater unseres Vereinsmitgliedes, die er während des Deutsch-Französischen Krieges 1870-1871 in die Heimat schickte. Sie handeln vom Denken und vom Alltag der damaligen Zeit und von Kriegserlebnissen und wären fast verloren gegangen. Traband hat sie zum Glück gesichtet und detailgetreu in die heutige Schriftform übernommen. Nachzulesen in den 2008 erschienenem Buch: „Die Briefe des Christian Traband 1870/1871 als Zeugnisse eines ‚vergessenen’ Krieges“.
Udo Blecker ist seit 1970 zudem Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und war über 20 Jahre lang Wehrführer in Höchst. Auch wenn er nicht mehr aktiv bei der Feuerbekämpfung dabei ist, sitzt er doch seit einigen Jahren im Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Frankfurt, einem Zusammenschluss der 29 Freiwilligen Feuerwehren in der Mainmetropole. 2019 feierte dieser Verband 150-jähriges Jubiläum feiert. Anlass für Blecker, über die Anfänge der freiwilligen Feuerwehr zu schreiben. Kernstück seines Buches „150 Jahre Kreisfeuerwehrverband Frankfurt am Main e.V.“ ist u.a. eine 80-seitige Chronik – bebildert mit vielen Fotos sowie einer Übersichtskarte der Stadtteilwehren.
Wie aus einem Eisenbahnausbesserungswerk ein Wohngebiet wurde, erläuterte Wolfgang Lampe 2018 in seiner Bilderausstellung: „Das ehemalige Ausbesserungswerk in Nied: von der Industriebrache zum Wohngebiet 1968 bis 2018 – ein langer Weg“. Das 1918 von der Königlich Preußischen Eisenbahn in Nied eröffnete Ausbesserungswerk für Dampflokomotiven war bis Ende 1967 in Betrieb. Nach der Schließung wurde das Gelände bis heute zum Spielball unterschiedlicher Interessen. Diese 50 Jahre Spannungsfeld präsentierte Lampe in Bildern: Brachland, Häuserbesetzung, Ruinenlandschaft, Wohngebiet. Lampe hat er ein Begleitheft zur Ausstellung erstellt, das über den Heimat- und Geschichtsverein Nied bezogen werden kann.
Wer will Stadtteil-Historiker werden?
Die Polytechnische Gesellschaft in Frankfurt sucht und fördert als Stiftung bis zu 25 Hobby-Historiker und engagierte Menschen je Staffel. In 18 Monaten erarbeiten diese ehrenamtlich ihr Lieblingsthema und präsentieren es abschließend der Öffentlichkeit – als Buch, Ausstellung, Webseite oder Film. Gefördert wird jedes Projekt mit 1.500 Euro für die Recherche und die Präsentation.
Sonja Möschter
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